Die Stadt hat ihr Zielkonzept zum Verkehrsentwicklungsplan veröffentlicht, das ihre Mobilität bis 2030 plant. Es umfasst alle relevanten Themen und anstehenden Ziele, unter anderem die Förderung von ÖPNV und Radverkehr, bessere Erreichbarkeit, weniger Umweltauswirkungen, mehr Verkehrssicherheit und gleichberechtigte Teilhabe.
Hierbei will die Stadt die Bürger beteiligen. Das verdient Lob, sofern man die Beiträge der Bürger konsequent umsetzt. Bisher wurden – bis auf eine Bürgerwerkstatt – vornehmlich Vertreter aus Verbänden und Politik beteiligt. Wir Freie Demokraten wollen, dass die Stimmen der Bürger mehr Gewicht haben. Insbesondere Rot-Rot-Grün, wo manche von einer autofreien Stadt träumen, braucht einen Realitäts-Check. Über die Hälfte aller Saarbrücker besitzt ein Auto, nicht einmal jeder Zwanzigste nutzt das Rad. Sicher sind ÖPNV und Radverkehr zu stärken, es ist aber falsch, die Bürger umzuerziehen. Stattdessen braucht es Anreize – wie bessere Radwege. Auch braucht es eine bessere Verkehrsführung und mehr bezahlbaren Parkraum, damit die Saarbrücker weniger Zeit an Ampeln, Baustellen und auf Parkplatzsuche verbringen. So würden Staus und Verkehrsaufkommen verringert, was selbst rot-rot-grünen Autogegnern gefallen müsste.
Was sind Ihre Vorstellungen zum hiesigen Verkehr? Bringen Sie sich ein, wir freuen uns auf Ihre Beiträge!
Anmerkung: Bei der Wochenspiegel-Kolumne handelt es sich um ein Format, bei dem die Vertreter der Fraktionen im Saarbrücker Stadtrat wöchentlich zu einem aktuellen Thema Stellung beziehen. Für die Freien Demokraten wechsele ich mich hierbei mit meinem Fraktionskollegen Karsten Krämer ab. Damit alle Fraktionen die Möglichkeit haben, sich im Wochenspiegel zu äußern, ist die Anzahl der zur Verfügung stehenden Zeichen auf insgesamt 1460 begrenzt. Dies gewährleistet Chancengleichheit für die Fraktionen, zwingt jedoch dazu, sich knapp zu halten und nicht alle angesprochen Fragen umfassend zu erläutern.
Ohne Zeichenbegrenzung wäre ich diese Woche gerne ausführlicher darauf eingegangen, wieso ich eine autofreie Innenstadt für illusorisch und innenstadtfeindlich halte, warum man die Bereitschaft zum Radverkehr nicht mit der Brechstange, sondern nur durch Anreize erreichen kann und welche weiteren Schritte wir uns im anstehenden Verfahren wünschen. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass es in den kommenden Monaten ausreichend Gelegenheiten geben wird, über diese und weitere Fragen ausgiebig zu debattieren.
Sie können sich übrigens unter http://www.vep.saarbruecken.de/analyse an der Debatte zum VEP beteiligen und einbringen. Nutzen Sie diese Chance…